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Vision und Biografie

Mirayon entstand 2015, als sich Dario Colombo und Cyril Stoller nach einer längeren Zeit mit ihrer Band Liquid Rain entschieden, neue musikalische Wege zu beschreiten. Das Ziel war aber keine neue Band mit festen Mitgliedern und einzelnen Songs, die dann zu einem Album geformt werden, sondern etwas, das mit einem Musical verglichen werden könnte: Ein Album soll mit Musik und Text eine ganze Geschichte erzählen. So besteht die Vision von Mirayon darin, durch Musik und Text zu sagen, was durch das Wort allein nicht sagbar ist. Das Projekt will sichtbar machen, was unsichtbar ist: Es gibt Gutes in der Welt. Aber auch was dem Guten zuwiderläuft soll nicht verschwiegen werden. Mirayon will eine Geschichte erzählen und lädt die Hörer und Hörerinnen dazu ein, sich selbst in dieser Geschichte wiederzuerkennen.

Der Name Mirayon ist eine Wortschöpfung aus Mir (von lat. mirari = staunen / bewundern) und Ayon (gr. für Lebenszeit). Aus dem lateinischen Wort mirari wurde später das englische mirror. So hat der Name Mirayon zwei Bedeutungen. Erstens wollen wir in unserer Lebenszeit nie verlernen, die Schöpfung zu bestaunen und zu bewundern. Zweitens verstehen wir Mirayon als Spiegel, der uns helfen soll, uns zu reflektieren und hoffentlich auch den Hörern und Hörerinnen helfen wird, sich zu reflektieren.

Zunächst begannen Cyril und Dario mit einer Geschichte über die heute so viel gelobte Freiheit. Unsere Gesellschaft bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Unterhaltung ist sofort, gratis, mühelos und anonym verfügbar. Dies verspricht Freiheit in einer nie dagewesenen Form. Ohne diesen Wert gering zu schätzen, warfen sie trotzdem die Frage auf, ob die Möglichkeit, alles jederzeit tun zu können, tatsächlich wahre Freiheit ist. Die Erfahrung vieler Menschen lässt an dieser Aussage zweifeln und bezeugt, dass eine so verstandene Freiheit nicht selten zum Gegenteil führt: Abhängigkeit. Die Geschichte behandelte ein delikates Thema: Adult Entertainment im Internet. Die beiden waren und sind der Überzeugung, dass die Möglichkeit, sich im Internet alles ansehen zu können, wenig mit echter Freiheit zu tun hat, sondern diese eher mindert. Deshalb trägt das Album auch den paradoxen Titel: Eyes trapped by Freedom (Augen, die von der Freiheit gefangen werden).

Im Jahr 2017, nach zwei Jahren Arbeit an diesem Album, ist es – wie so oft – anders gekommen, als wir erwartet bzw. erhofft hatten. Obwohl beinahe fertig geschrieben, war das Projekt schlussendlich zu gross, um tatsächlich produziert werden zu können. So musste es kurz vor seiner Geburt begraben werden.

Nach knappen zwei Jahren Pause hat 2019 eine schicksalhafte Fügung dazu geführt, dass das Projekt Mirayon auferweckt wurde. Daniel Schmid, damals ein entfernt befreundeter Musiker, mit dem Cyril und Dario schon in dem Projekt Organ Meets Metal zusammengearbeitet hatten, fragte Cyril an, ob er bei seiner Masterabschlussprüfung an der HKB Bern als Musiker mitwirken würde. Zwei Wochen später, wie konnte es anders sein, fragte er auch Dario. Es stellte sich heraus, dass Daniel das ungefähr fünfundzwanzigminütige musikalische Werk mit einer überraschend ähnlichen Vision und in einer musikalisch eng verwandten Weise komponiert hatte. Für Dario war sofort klar, dass dieses Werk es Wert sein würde, als ein Projekt von Mirayon fertiggeschrieben und als Album produziert zu werden: Mirayon war auferstanden.

Da sowohl Daniel, wie auch Dario und Cyril bereits viel mit Silas Bitterli zusammengearbeitet hatte, lag es auf der Hand, ihn als Sänger anzufragen. Das gemeinsam vorbereitete und aufgeführte Konzert für die Masterabschlussprüfung von Daniel und die neu erwachte Motivation für das Projekt Mirayon führten schliesslich dazu, dass Daniel und Silas sich entschieden, nicht nur einmalig als Musiker bei Mirayon mitzuwirken, sondern die grössere Vision mitzutragen: Sichtbar zu machen, was unsichtbar ist und eine Geschichte zu erzählen, in der sich der Hörer und die Hörerin selber wiederfinden kann.

Das von Daniel ursprünglich für die Masterabschlussprüfung komponierte Werk wurde im Jahre 2019 freigeschrieben und soll im Frühjahr 2020 produziert werden. Es trägt den Titel A Tale of Challenging Hope und erzählt die persönliche Geschichte von Daniel Schmid: sein Weg als Musiker im Glauben, dass es einen Gott gibt, der uns liebt, aber auch immer wieder herausfordert und uns, weil wir uns häufig in unseren eigenen Irrwegen verlieren, auch von uns selbst befreien will. Deshalb erzählt das Werk eine Geschichte von herausfordernder Hoffnung, denn die Herausforderung, so der Glaube, dient zu unserem Besten.

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